Bei der Begutachtung der Schuldfähigkeit liegen oft mehrere psychische Störungen zugleich vor. Das Fallseminar gibt Ihnen die Möglichkeit deren jeweilige Relevanz für Tatbegehung und Schuldfähigkeit präzise herauszuarbeiten, juristisch nachvollziehbar zu bewerten und darzustellen.
Auch erfahrene Gutachterinnen und Gutachter stehen bei der Schuldfähigkeitsbegutachtung immer wieder vor anspruchsvollen Konstellationen: Mehrere tatbezogene Befunde sind einzuordnen, können verschiedenen Eingangskriterien zugeordnet werden und unterschiedliche rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Das Seminar vertieft den Umgang mit solchen Fällen und unterstützt Sie dabei, komplexe Befundlagen im schriftlichen Gutachten klar, fachlich überzeugend und gerichtsfest darzustellen.
- Diagnosestellung nach den gängigen Manualen
- Bewertung der Relevanz der Diagnose
- Einordnung unter die Eingangskriterien gemäß §§ 20/21 StGB
- Auswirkung auf Einsichts- und Steuerungsfähigkeit
- Rechtsfolgen
Psychologinnen und Psychologen werden im Rahmen von Schuldfähigkeitsbegutachtungen nach wie vor vergleichsweise selten beauftragt. Umso wichtiger ist es, in der Gutachtenerstellung und -erstattung sicher aufzutreten und eine hohe fachliche Qualität zu gewährleisten. Voraussetzung dafür ist ein fundiertes Verständnis der relevanten Fragestellungen. Das Seminars gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihre fachliche Sicherheit zu stärken und gegenüber Juristinnen und Juristen klar und überzeugend argumentieren zu können.
Stefan Senger ist Fachpsychologe für Rechtspsychologie BDP/DGPs sowie Psychologischer Psychotherapeut. Er verfügt über umfassende Erfahrung im Strafvollzug, im Maßregelvollzug und im Jugendmaßregelvollzug.
Seit etwa 25 Jahren erstellt er eigenverantwortlich Schuldfähigkeitsgutachten für verschiedene Amts- und Landgerichte. Dabei steht häufig die fachliche Einordnung gestellter Diagnosen sowie deren Bedeutung für die Beurteilung von Schuldfähigkeit und Rechtsfolgen im Mittelpunkt.
Dieses Seminar ist mit 8 Unterrichtseinheiten für den Nachweis der kontinuierlichen Fortbildung als Fachpsychologe/in für Rechtspsychologie BDP/DGPs gemäß der Ordnung für Weiterbildung der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen anerkannt.
Sass, H.; Werner, R. (2024): Die Differenzierung von Einsichts- und Steuerungsfähigkeit bei der Schuldfähigkeitsprüfung aus juristischer und psychiatrischer Sicht: in: Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie | Ausgabe 4/2024
Lau, S. (2010): Das Schuldfähigkeitsgutachten in: Kröber H.L.; Dölling, d. Leygraf N.; Sass H. (Hrsg.) Handbuch der forensischen Psychiatrie Bd.2
PsychologInnen; Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen; Psychologische PsychotherapeutInnen; ÄrztInnen (Neurologie und Psychiatrie); Ärztliche PsychotherapeutInnen (Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie)
