Suchtpsychologie: Ausbildung / Weiterbildung
Fort- und Weiterbildungsangebot der Deutschen Psychologen Akademie
Substanzbezogene Störungen und Abhängigkeitserkrankungen stellen besondere Anforderungen an die diagnostische Kompetenz, die therapeutische Haltung und die methodische Vielfalt in der psychotherapeutischen Praxis. Unsere Angebote vermitteln aktuelle suchtpsychologische Kenntnisse und praxisnahe Behandlungsansätze, ob als einzeln buchbare Seminare oder als strukturiertes Curriculum mit Zertifizierung.
Curriculum Fachkunde Suchtpsychologie
Wer eine strukturierte Qualifizierung im Bereich Suchtpsychologie anstrebt, findet mit dem Curriculum Fachkunde Suchtpsychologie ein anerkanntes und umfassendes Weiterbildungsprogramm. Es wurde in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Suchtpsychologie e.V. entwickelt, umfasst 50 Unterrichtseinheiten und vermittelt psychologisches Grundlagenwissen sowie praxisrelevante Interventionen zur Erkennung und Behandlung substanzbezogener und verwandter Störungen. Die Veranstaltungen finden in einem Hybridformat aus Online- und Präsenzseminaren statt.
Unser Seminarangebot – flexibel buchbare Einzelveranstaltungen
Stellen Sie sich Ihr individuelles Weiterbildungsprogramm aus aktuellen Online- und Präsenzseminaren zusammen. Jede Veranstaltung ist eigenständig buchbar und kann unabhängig von anderen besucht werden. Die Inhalte und Schwerpunkte wechseln regelmäßig.
Substanzbezogene Störungen in der psychotherapeutischen Praxis
Suchterkrankungen werden klinisch als substanzbezogene Störungen erfasst. Nach ICD-10 gilt die Diagnose eines Abhängigkeitssyndroms als gesichert, wenn innerhalb von zwölf Monaten mindestens drei von sechs Kriterien erfüllt sind. Dazu zählen ein starkes Verlangen nach der Substanz (Craving), verminderte Kontrollfähigkeit, Toleranzentwicklung sowie anhaltender Konsum trotz nachweisbarer Schäden. Die schrittweise Einführung der ICD-11 bringt dabei eine differenziertere Klassifikation substanzbezogener Störungen mit sich und integriert Verhaltenssüchte systematischer als bisher. Das DSM-5 ordnet Substanzgebrauchsstörungen einem Schweregradkontinuum zu und hat durch die Aufnahme des pathologischen Glücksspielens die bisherige Trennung zwischen stoff- und verhaltensgebundenen Abhängigkeiten teilweise überwunden.
Als übergreifendes Erklärungsmodell hat sich das biopsychosoziale Modell etabliert. Demnach greifen genetische Vulnerabilität und neurobiologische Anpassungsprozesse mit psychologischen Faktoren (Stressverarbeitung, Emotionsregulation, Lerngeschichte) sowie sozialen Einflussgrößen wie kulturellen Normvorstellungen und der Verfügbarkeit von Substanzen ineinander. Auf individueller Ebene stellt der Konsum von Substanzen häufig einen zunächst entlastenden, langfristig jedoch maladaptiven Versuch dar, unangenehme Emotionen zu regulieren. Diese Funktion des Konsums zu verstehen und therapeutisch zu bearbeiten, ist eine Kernaufgabe der Suchtpsychologie und Voraussetzung für eine tragfähige Therapiebeziehung.
Behandlung und Rückfallprophylaxe
Die Behandlung substanzbezogener Störungen gliedert sich typischerweise in Kontakt- und Motivationsphase, Entgiftung, Entwöhnung und Nachsorge. Je nach Störungsbild, individuellem Verlauf und therapeutischem Setting kommen unterschiedliche Methoden und Schwerpunktsetzungen zum Tragen. Rückfälle stellen statistisch eher die Regel als die Ausnahme dar und werden in zeitgemäßen Behandlungskonzepten als Teil des therapeutischen Prozesses verstanden, aus dem sich wichtige Hinweise auf individuelle Risikofaktoren ableiten lassen.
Komorbidität und Doppeldiagnosen
Häufig treten Abhängigkeitserkrankungen gemeinsam mit anderen psychischen Störungen auf, darunter Depressionen, Angsterkrankungen, Traumafolgestörungen und Persönlichkeitsstörungen. Diese Komorbidität erfordert differenzierte diagnostische Einschätzungen und Behandlungskonzepte, die beiden Störungsebenen gerecht werden. In den Veranstaltungen der Deutschen Psychologen Akademie vertiefen Sie Ihre Kenntnisse über substanzbezogene Störungsbilder und erweitern Ihr methodisches Repertoire für die Suchttherapie-Weiterbildung in der klinischen Praxis.
Wissenschaftlich fundierte Weiterbildung
Alle Seminare orientieren sich am aktuellen Stand der Forschung und entsprechen den Fortbildungsrichtlinien für PsychotherapeutInnen. Je nach Veranstaltung können anerkannte Fortbildungspunkte erworben werden.
Über die Deutsche Psychologen Akademie
Als Bildungseinrichtung des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen ist die Deutsche Psychologen Akademie der führende Fort- und Weiterbildungsanbieter im Bereich der angewandten Psychologie in Deutschland. Seit mehr als 30 Jahren bieten wir mit einem breiten Angebot von rund 400 Veranstaltungen jährlich bundesweit fachliches Know-how aus erster Hand. In Zusammenarbeit mit renommierten Universitätsinstituten, Fachgesellschaften, praxiserfahrenen DozentInnen und spezialisierten PraktikerInnen entwickeln wir anspruchsvolle Bildungsangebote auf höchstem Niveau.
