Gaming, Social Media, Streaming und Online-Pornografie gehören zum Alltag und für die meisten Menschen bleibt ihre Nutzung unproblematisch. Bei einigen kann sie jedoch an Kontrolle gewinnen, andere Lebensbereiche verdrängen und zu erheblichen psychosozialen Beeinträchtigungen führen.
Was macht digitale Anwendungen potenziell suchtfördernd? Warum entwickeln manche Menschen eine Gaming Disorder, während bei anderen eine problematische Nutzung sozialer Medien oder Online-Pornografie im Vordergrund steht? Der Vortrag beleuchtet unterschiedliche Formen von Internetnutzungsstörungen aus wissenschaftlicher und psychotherapeutischer Perspektive. Videobasierte Fallbeispiele und die STICA-Studie veranschaulichen typische Verläufe, Störungsbilder sowie Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung. Wann ist digitale Nutzung Teil eines modernen Lebensstils, und wann wird sie zur Sucht?
Digitale Sucht, problematische Internetnutzung und Internetnutzungsstörungen
Gaming Disorder sowie problematische Nutzung von Social Media und Online-Pornografie
Psychologische Funktionen digitaler Medien: Belohnung, soziale Bestätigung, Emotionsregulation und Vermeidung
Typische Verläufe, psychosoziale Folgen und komorbide Belastungen
Diagnostik und differenzierte Einordnung intensiver digitaler Nutzung
Behandlung und Intervention: Evidenz, Indikation, Möglichkeiten und Grenzen
Videobasierte Fallbeispiele aus Beratung, Psychotherapie und Rehabilitation
Sie lernen, intensive von klinisch relevanter problematischer Internetnutzung differenzierter zu unterscheiden und psychologische Funktionen digitaler Medien besser einzuordnen. Anhand von Fallbeispielen und Erkenntnissen der STICA-Studie gewinnen Sie Orientierung für Diagnostik, Gesprächsführung und die Einschätzung evidenzbasierter Behandlungsansätze.
Dr. sc. hum. Dipl.-Psych. Klaus Wölfling ist Einrichtungsleiter und Therapeutischer Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Jenfeld (TGJ) in Hamburg. An der Universitätsmedizin Mainz leitet er die Arbeitsgruppe „Spielsucht“. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich wissenschaftlich und klinisch mit Verhaltenssüchten, insbesondere mit Gaming Disorder und internetbezogenen Störungen, sowie mit deren Diagnostik, Psychotherapie und innovativen Versorgungsansätzen.
Nach Abschluss dieser Veranstaltung erhalten Sie eine Teilnahmebescheinigung.
Die Fortbildungspunkte werden bei der Psychotherapeutenkammer Berlin beantragt und entsprechen in der Regel der Anzahl der Unterrichtseinheiten. Diese werden von der jeweiligen Landesärztekammer für die Anrechnung von CME-Punkten teilnehmender Ärzte und Ärztinnen anerkannt. Nähere Informationen erhalten Sie von Ihrem Ansprechpartner bei Ihrer Landesärztekammer.
Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie. (2024). S1-Leitlinie Diagnostik und Therapie von Internetnutzungsstörungen (Version 1.1). AWMF. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/076-011
Wölfling, K. Beutel, M. E., Bengesser, I, Müller, K. W. (2022). Computerspiel- und Internetsucht. Ein kognitiv-behaviorales Behandlungsmanual. 2., erw. u. überarb. Aufl. Kohlhammer.
PsychologInnen; Psychotherapeutische Berufsgruppen; Psychologische PsychotherapeutInnen; ÄrztInnen; Coaches + SupervisorInnen; BeraterInnen; Suchtberatung; Erziehungs- und Familienberatungsstellen; Studierende; Andere Berufe mit fachlichem Bezug
Das Seminar findet über die Plattform Zoom statt. Als technische Voraussetzungen benötigen Sie ein Notebook/ PC mit Kamera und Mikrofon (Headset empfohlen) und eine stabile Internetverbindung.
Eine stabile Datenverbindung und für das Seminar erforderliche und funktionierende Hardware (Rechner, Bildschirm, Lautsprecher/Kopfhörer/Headset, Mikrofon, Kamera) sind im Vorfeld der Seminarteilnahme durch die Teilnehmenden sicher zu stellen.