Der Fokus des Seminars liegt auf der Feststellung einer persönlichen Eignung, wie diese im Waffengesetz (WaffG) festgeschrieben ist. Sie erhalten waffenrechtliches bzw. waffentechnisches Hintergrundwissen zur Diagnostik, Exploration und Beurteilung der Eignung für eine waffenrechtliche Erlaubnis.
Das Waffengesetz (WaffG) regelt unter welchen Voraussetzungen, jemand eine Waffe besitzen darf. Seit 2003 ist die persönliche Eignung im Waffengesetz festgeschrieben und es werden amts- oder fachärztliche oder fachpsychologische Begutachtungen zu diesem Thema bei Eignungszweifeln angeordnet. Im Seminar erhalten Sie die notwendigen Grundlagen für die sachkundige Begutachtung der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit und persönlichen Eignung sowie eine detaillierte praktische Vorbereitung auf Ihre ersten eigenständigen Begutachtungen. Praxisbeispiele und Textbausteine werden besprochen.
Hintergründe und rechtliche Rahmenvorschriften für den privaten Waffenbesitz und Waffenerwerb
Kenntnisse im Umgang mit Schusswaffen und über das sportliche Schießen
Hintergrundwissen über die verschiedenen Lebenswelten von den verschiedenen Gruppen privater Legalwaffenbesitzer
Grundlagen der waffenrechtlichen Eignungsdiagnostik und Aufbau der Begutachtung nach § 6 Waffengesetz
Relevante Grundlagen aus dem BGB für freiberufliche Tätige Gutachterinnen und Gutachter
Planung und Vorbereitung der Untersuchung, Erhebung einer Arbeitshypothese aus den verwendeten Testverfahren und Durchführung der Exploration
Befunderhebung, Interpretation der Daten, Praxisbeispiele zur Gutachtenerstellung
Über die Vermittlung des notwendigen Hintergrundwissens für die waffenrechtliche Begutachtung hinaus werden im Seminar praxisnahe Qualitätskriterien und Checklisten erarbeitet, Fragestellungen operationalisiert sowie Datenerhebung, Befunddokumentation und Gutachtenerstellung anhand konkreter Formate und Textbausteine demonstriert und geübt. Ergänzend werden auch wirtschaftliche Aspekte wie Angebotskalkulation und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung berücksichtigt.
Der Dozent ist selbst aktiver Sportschütze und befasst sich seit vielen Jahren mit Fragen der Eignung für den Waffenbesitz.
Nach Möglichkeit wird als zusätzliche private Veranstaltung ein Besuch auf einem Schießstand angeboten.
Die Fortbildung richtet sich in erster Linie an Psychologinnen und Psychologen, die bereits gutachterlich tätig sind und über einschlägige Erfahrung in der Eignungsdiagnostik verfügen. FachpsychologInnen der Schwerpunkte Rechtspsychologie, Verkehrspsychologie oder Klinische Psychologie sowie approbierte PsychotherapeutInnen können nach Abschluss des Seminars in das Register des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) aufgenommen werden. Dort werden ExpertInnen geführt werden, deren Eignung zur Begutachtung nach § 6 Waffengesetz (waffenrechtliche Eignung) anerkannt ist. Der Registereintrag dient als Nachweis der erforderlichen Qualifikation zur Erstellung waffenrechtlicher Gutachten.
Dieses Seminar ist für Schwerpunkt B7 der Föderativen Weiterbildung Rechtspsychologie anerkannt.
Schubert, W. Schneider, W. Eisenmenger, W. & Stephan, E. (2005). Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung – Kommentar. Bonn: Kirschbaum
Niederbacher, A. (2004). Faszination Waffe – Eine Studie über Besitz legaler Schusswaffen in der Bundesrepublik Deutschland. Neuried: arsuna
Zuschlag, B. (2002). Das Gutachten des Sachverständigen. Rechtsgrundlagen, Fragestellungen, Gliederung, Rationalisierung (2., überarb. u. ergänzte Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
PsychologInnen; Psychologische PsychotherapeutInnen; ÄrztInnen; Weitere (Psychiatrie + Psychotherapie)