Bringen Sie Ihre forensische Einschätzung von Persönlichkeitsstörungen in der Schuldfähigkeits- und Prognosebegutachtung auf den aktuellen Stand. Das Seminar bietet erfahrenen Gutachterinnen und Gutachtern eine fundierte Einordnung aktueller Bewertungsfragen zu Schuldfähigkeit und Gefährlichkeit.
Kriminell, gestört oder beides? In diesem Seminar setzen Sie sich mit der heutigen Relevanz von Cluster-B-Persönlichkeitsstörungen in Begutachtung und Rechtsprechung auseinander. Sie erfahren, warum diese Störungsbilder unter Schuldfähigkeitsgesichtspunkten deutlich zurückhaltender bewertet werden als noch in den 1990er Jahren. Dabei wird auch beleuchtet, weshalb Persönlichkeitsstörungen nur noch selten Grundlage einer Unterbringung im Maßregelvollzug sind. Durch die Arbeit an Fallbeispielen vertiefen Sie, wann eine differenzierte forensische Einordnung dennoch geboten ist und wie Sie Ihre Einschätzung fachlich präzise, nachvollziehbar und juristisch tragfähig vor Gericht vertreten.
Diagnosestellung und Schwergradbestimmung
Bewertung der Auswirkung auf die Steuerungsfähigkeit und die Gefährlichkeit
Interventionsmöglichkeiten im Rahmen der Rechtsfolgen bei intramuraler Unterbringung
Veränderbarkeit in Straf- und Maßregelvollzug
Gefährlichkeitseinschätzung und Gefährlichkeitsreduzierende Maßnahmen
Sie gewinnen mehr Argumentationssicherheit vor Gericht, schärfen Ihre Bewertungskriterien für Persönlichkeitsstörungen im Rahmen der Schuldfähigkeitsbegutachtung und stärken Ihre Kompetenz in der tragfähigen Einschätzung von Gefährlichkeit und Prognose.
Stefan Senger ist Fachpsychologe für Rechtspsychologie BDP/DGPs sowie Psychologischer Psychotherapeut. Er verfügt über umfassende Erfahrung im Strafvollzug, im Maßregelvollzug und im Jugendmaßregelvollzug. Er hat über 15 Jahre einen Behandlungsbereich im Maßregelvollzug für schwer persönlichkeitsgestörte Patienten mit gewalttätigen Sexualdelikten geleitet.
Dieses Seminar ist mit 8 Unterrichtseinheiten für den Nachweis der kontinuierlichen Fortbildung als Fachpsychologe/in für Rechtspsychologie BDP/DGPs gemäß der Ordnung für Weiterbildung der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen anerkannt.
Hauser, C.; Herpertz, S.; Habermeyer, E. (2021): Das überarbeitete Konzept der Persönlich-keitsstörung nach ICD 11: Neuerungen und mögliche Konsequenzen für die forensisch- psychiatrische Tätigkeit. Forensische Psychiatrie, Psychologie und Kriminologie Volume 15, pages 30-38
Lau S.; Lammel M., Sutarski S. (2014): Forensische Begutachtung bei Persönlichkeits-störungen, Medizinisch-Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
Schmidt. A.; Scholz, B., Nedopil, N. (2004): Schuldfähigkeit, Dissozialität und Psychophathy: eine Gutachtenanalyse; Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform 87 (2): 103-116
Schmidt, A. (2008) Psychologische Schuldfähigkeitsbegutachtung bei sogenannter schwerer anderer seelischer Abartigkeit, Centaurus-Verlag, Herbolzheim.
PsychologInnen; Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen; Psychologische PsychotherapeutInnen; ÄrztInnen (Neurologie und Psychiatrie); Ärztliche PsychotherapeutInnen (Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie)
