KommunikationKonflikte am ArbeitsplatzMotivierende Gesprächsführung

In Ihrem Unternehmen stehen Sie vor vielfältigen Herausforderungen. Zeit wird am Arbeitsplatz zunehmend als verdichtet empfunden, Prozesse sollen immer weiter optimiert werden. Was denken Sie angesichts dieser Dynamik über Konflikte am Arbeitsplatz? Oft werden solche als lästig und störend empfunden.
Verständlich, denn Konflikte führen zu Reibungsverlust und binden zusätzlich Zeit und Ressourcen. Daher gehen wir folgend ihren Ursachen und möglichen Bewältigungsstrategien nach.
Am Ende eines konstruktiven Lösungsprozesses können Sie aber auch einen erweiterten Blickwinkel auf Arbeitsplatzkonflikte gewonnen haben: Oft liegt in ihnen auch ein Keim verborgen, in dem Lösungen schlummern, die Prozesse in einem Unternehmen auf ein neues Niveau heben und Arbeitszufriedenheit und Produktivität letztlich steigern. Daher sollte jede Führungskraft Konflikte am Arbeitsplatz erkennen. Dies gilt auch schon für eher verdeckt ablaufende Prozesse.

Wie sich Konflikte am Arbeitsplatz zeigen

Kaum zu übersehen sind Konflikte, die große Interessenunterschiede zwischen Unternehmen und vielen Arbeitnehmern aufzeigen. Manchmal sind Konflikte am Arbeitsplatz auch auf einzelne Abteilungen oder nur wenige Personen begrenzt. Vorgänge wie schlechtes Reden über Andere bis hin zu Mobbing deuten auf ungelöste Konflikte in Teams hin. Wichtig für Sie als Führungskraft ist die Frage: Bin ich selber involviert? Und wenn ja, in welcher Weise? Sie sollten aber auch die eher stillen intrapersonalen Konflikte im Auge behalten: Fühlt sich beispielsweise die neu eingestellte Kollegin wohl? Hat ein Teammitglied die Enttäuschung über eine nicht erfolgte Beförderung innerlich überstanden? Das ist oft sehr schwer einzuordnen und erfordert geschickte und feinfühlige Kommunikation.
Noch nicht zu erkennende Arbeitsplatzkonflikte können manchmal nur an indirekten Indikatoren wahrgenommen werden: Dies können hohe Fehlzeiten und sinkende Arbeitsleistung sein. Die sogenannte innere Kündigung spielt dabei eine Rolle. Auch auffallend häufig vollzogene Kündigungen von Arbeitnehmenden können auf Arbeitsplatzkonflikte hinweisen. Eine wichtige Frage lautet dann: Wie konnte es dazu kommen?

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Ursachen für Arbeitsplatzkonflikte

Unsere Arbeitswelt ist auf gute Kommunikation angewiesen. Was falsch verstanden, aber auch schlecht vermittelt wird oder gar unter dem Teppich landet, ist ein Nistplatz für Missverständnisse. Daraus entstehen Konflikte. Diese verschlechtern die folgende Kommunikationslage noch, so dass sich das Ganze schnell aufschaukeln kann. Ressourcenknappheit kann weitere Konfliktherde auslösen: Es ist zutiefst menschlich, dass wir uns mit anderen vergleichen: Bekomme ich die gleiche Aufmerksamkeit, Zuwendung und Anerkennung? Als Führungskraft bekommen Sie das mehr oder weniger deutlich oft zu spüren. Hier ist es auch gut für Sie zu lernen, dass Ihre Teammitglieder auch unrealistische Erwartungen an Sie haben. Dennoch sollten Sie sensibel für die Thematik bleiben. Natürlich gibt es auch reale Güter, die knapp sind: Zeit, Räume, technische Ausstattung, Gratifikationen, Aufstiegsmöglichkeiten und andere mehr. Hier sind Reibereien immer vorprogrammiert. Wertekonflikte liegen oft sehr versteckt und lassen sich nur schwer thematisieren. Hier dürfte dennoch sehr viel Sprengkraft verborgen sein.
Nicht zuletzt haben viele Konflikte am Arbeitsplatz mit der Unternehmenshierarchie zu tun. Durch Ihren Führungsstil haben Sie täglich Einfluss darauf.

Wie man mit Arbeitsplatzkonflikten umgeht

Wichtig ist, dass Sie auf Konflikte am Arbeitsplatz ruhig und konstruktiv zugehen. Wegsehen oder unterdrücken hat noch nie einen Konflikt entschärft. Ein respektvoller und offener Kommunikationsstil ist dabei hilfreich. Führungskräfte, die sich immer so zeigen, können auch vertrauen, dass von einem Konflikt betroffene Mitarbeiter sich früh anvertrauen.
Ein paar Fähigkeiten, die man lernen und verfeinern kann, sind in Folge hilfreich:

  • Empathie:
    Wenn Sie sich mitfühlend zeigen für Meinungen und Emotionen aller Beteiligten wirkt sich das für Ihre Gestaltungsmöglichkeit im Konflikt positiv aus. Lassen Sie sich nicht auf eine Seite ziehen und verzichten Sie auf Bewertungen.
  • Aktives Zuhören:
    Geben Sie Raum für die Darlegung der unterschiedlichen Sichtweisen. Signalisieren Sie, dass Sie mitdenken. Wenn Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie nach. Fassen Sie das Gehörte in eigenen Worten zusammen und vergewissern Sie sich, ob Sie es so richtig dargestellt haben.
  • Ermutigen:
    Strahlen Sie aus, dass Sie eine gute Lösung des Konfliktes für möglich halten. Ermuntern Sie zu eigenen Lösungsideen der Konfliktparteien. Regen Sie Akzeptanz und Bereitschaft für Kompromisse an.
  • Mediation:
    Manche Konflikte am Arbeitsplatz lassen sich nur mit professioneller Hilfe durch Mediation von außen lösen. Das ist meist deutlich preisgünstiger als gerichtliche Auseinandersetzungen oder Folgekosten von Kündigungen oder Langzeiterkrankungen.

Arbeitskonflikten kann man auch vorbeugen

Was im Konflikt half, das hat auch vorbeugende Wirkung, wenn es Unternehmenskultur wird. Sorgen Sie für eine gute und offene Kommunikation im Unternehmen. Dazu gehört auch Klarheit im eigenen Rollenverständnis und Bewusstheit für die Vorbildfunktion, die eine Führungskraft hat.
Regelmäßige Teambuildingaktivitäten tragen zu gutem Miteinander bei.
Die Führungsebene sollte sich über Konfliktlagen verständigen und austauschen. Regen Sie Schulungen für Führungskräfte zu Umgang mit Arbeitsplatzkonflikten an.

Fazit

Die verbreitete und als natürlich empfundene Angst vor Konflikten am Arbeitsplatz kann wie hier dargestellt vermindert werden. Als Führungskraft tun Sie gut daran, daran zu arbeiten. Sie schauen nicht weg, sondern gehen in gezeigter Weise mit Arbeitsplatzkonflikten um. Für dieses Stück gelebte Psychohygiene wird man Ihnen auf lange Sicht dankbar sein. In einer von konstruktivem Handeln geprägten Arbeitsumgebung sind persönliches Wachstum und ständiges Lernen dann keine ideelle Phrase, sondern gelebte Unternehmenskultur.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers verzichtet. Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass alle Personenbezeichnungen für alle Geschlechter gelten.

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