Extreme politische und/oder religiöse Einstellungen spielen in der rechtspsychologischen Praxis eine zunehmend wichtige Rolle. Das Seminar vermittelt wesentliche Grundlagen für den professionellen Umgang mit politisch und religiös aufgeladenen Themen – ein wichtiger Aspekt für Neutralität, Objektivität und ethische Standards in der Rechtspsychologie.
Sie erhalten einen fundierten Überblick über Hintergründe, Entstehungsbedingungen und Erscheinungsformen politisch und/oder religiös motivierten Extremismus. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Radikalisierungsprozessen im Kontext des extremistischen Islamismus und Antisemitismus. Darüber hinaus erwerben Sie grundlegende Kenntnisse über den Islam in seinen vielfältigen Ausprägungen, konfessionellen Strömungen sowie seinen kulturellen und gesellschaftlichen Bezügen. Sie lernen empirisch fundierte Modelle zur Entstehung radikaler Einstellungen und Überzeugungen kennen und setzen sich mit unterschiedlichen Radikalisierungspfaden bis hin zur Gewaltanwendung und zum Terrorismus auseinander.
Grundlagen der Entstehung und Entwicklung politischer und religiöser Radikalisierungsprozesse
Einführung in den Islam als Religion sowie seine kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Einbettungen
Strukturen und Wirkungsweisen islamistischer Netzwerke
Abgrenzung zwischen dem politischen Islam und dem Islam als Religion
Islamismus als politische Ideologie: Entstehung, Entwicklung und Phänomenologie
Strömungen des Islamismus: Fundamentalismus, Extremismus, Salafismus und Dschihadismus
Früherkennung von Risikomustern, Interventionsstrategien und Präventionsansätzen
Das Seminar vermittelt Ihnen praxisnahe Grundlagen zur Einordnung von Radikalisierungsprozessen und unterstützt Sie im professionellen Umgang mit politisch und religiös geprägten Fragestellungen in Begutachtung, Risikoabschätzung und Fallanalyse.
Die Dozentin lehrt Soziologie und Politikwissenschaft an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW. Ihre Schwerpunkte – Extremismus, Gewaltprävention und kulturelle (Identitäts-) Konflikte – bringt sie praxisnah in das Seminar ein und vermittelt Ihnen wertvolles Wissen für fundierte und sichere Einschätzungen.
Abdellah, S. / Tultschinetski, S. / Junk, J. ·/ Freiheit, M. (Hrsg., 2025). Islamismus als gesellschaftliche Herausforderung: Ursachen, Wirkungen, Handlungsoptionen. Wiesbaden: Springer VS.
Kursawe, J. (2003): Yusuf Abdallah al-Qaradawi. Ägyptischer Religionsgelehrter und Prediger, in: Orient, 44:4, S. 523-530.
Kursawe, J. (2022). Ruhrgebiet extrem: Der salafistische Dschihadismus im Ruhrgebiet. In: Bodo Hombach & Frank Richter (Hrsg.): Auf Streife durchs Revier: Kriminalität im Ruhrgebiet und gesellschaftliche Folgen, S. 103-122.
Kursawe, J. & Brenner, V. (Hrsg., 2013): Konfliktfaktor Religion? Die Rolle von Religion in den Konflikten Südasiens. Reihe Religion – Konflikt – Frieden. Baden-Baden: Nomos Verlag.
Kursawe, J. & Bleyder, K. (2013): Mobilisierung, Rekrutierung, Radikalisierung: Wachsender gewaltbereiter Islamismus in Pakistan. In: Janet Kursawe und Verena Brenner (Hrsg.): Konfliktfaktor Religion? Die Rolle von Religion in den Konflikten Südasiens. Reihe "Religion-Konflikt-Frieden". Baden-Baden: Nomos Verlag, S. 97-127.
Rohde, J. & Kursawe, J. (2021): Rechtsextremistische Vorfälle in der nordrheinwestfälischen Polizei: Eine Betrachtung der Ursachen und möglicher Konsequenzen, in: Rechtspsychologie, 7: 2, S. 151-175.
PsychologInnen; Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen; Psychologische PsychotherapeutInnen; ÄrztInnen (Neurologie und Psychiatrie); Ärztliche PsychotherapeutInnen (Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie)
