Das Seminar vertieft evidenzbasierte Empfehlungen zur forensischen Befragung von Kindern und fokussiert auf die Optimierung von Aussagequalität, Gesprächsstruktur und sozio-emotionaler Unterstützung in anspruchsvollen Begutachtungskontexten.
Im Zentrum steht die Frage, wie erfahrene Gutachterinnen und Gutachter Kinder so befragen können, dass deren Aussagepotenzial bestmöglich ausgeschöpft wird: kognitiv durch eine offene, erinnerungsfördernde und nicht-suggestive Gesprächsführung sowie sozio-emotional durch ein unterstützendes Setting, das die Bereitschaft zu belastenden Angaben erhöht. Es werden empirische Befunde, anspruchsvolle Gesprächssituationen, typische Fallstricke sowie die Übertragung evidenzbasierter Empfehlungen in Ihre eigene Begutachtungspraxis diskutiert.
Aktuelle Evidenz zur Qualität forensischer Befragungen von Kindern
Optimierung offener und erinnerungsfördernder Gesprächsführung
Sozio-emotionale Unterstützung bei gleichzeitiger Wahrung der Ergebnisoffenheit
Umgang mit zurückhaltenden, belasteten oder schwer zugänglichen Kindern
Analyse subtiler suggestiver Einflüsse und typischer Fallstricke
Reflexion komplexer Befragungssequenzen aus der Begutachtungspraxis
Transfer evidenzbasierter Empfehlungen auf anspruchsvolle Fallkonstellationen
Das Seminar bietet Ihnen die Möglichkeit, die eigene Befragungspraxis anhand aktueller Evidenz zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Sie schärfen Ihre diagnostische Gesprächsführung, vertiefen den Umgang mit komplexen Befragungssituationen und erweitern Ihr Repertoire an aussagefördernden und zugleich unterstützenden Interventionen.
Anett Tamm ist Diplom-Psychologin und Fachpsychologin für Rechtspsychologie. Sie war an der Entwicklung des wissenschaftlich evaluierten Trainingssystems ViContact beteiligt und forscht zur unterstützenden Gesprächsführung mit Kindern. Als aussagepsychologische Sachverständige und Mitbegründerin des Zentrums für Aussagepsychologie Berlin (ZAB) sowie des Zentrums für Befragung und Aussagepsychologie an der Psychologischen Hochschule Berlin verbindet sie wissenschaftliche Expertise mit langjähriger forensischer Praxis.
Dieses Seminar ist mit 8 Unterrichtseinheiten zur Anerkennung für den Nachweis der kontinuierlichen Fortbildung als Fachpsychologe/in für Rechtspsychologie BDP/DGPs gemäß der Ordnung für Weiterbildung der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen beantragt.
Korkman, J., Otgaar, H., Geven, L. M., Bull, R., Cyr, M., Hershkowitz, I., … Volbert, R. (2025). White paper on forensic child interviewing: research-based recommendations by the European Association of Psychology and Law. Psychology, Crime & Law, 31(8), 987–1030. https://doi.org/10.1080/1068316X.2024.2324098
Tamm, A., Otzipka, J. & Volbert, R. (2021). Assessing the Individual Interviewer Rapport-Building and Supportive Techniques of the R-NICHD Protocol. Frontiers in Psychology, 12,659438. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2021.659438
PsychologInnen; Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen; Psychologische PsychotherapeutInnen; ÄrztInnen (Neurologie und Psychiatrie); Ärztliche PsychotherapeutInnen (Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie)
