Welche Bedeutung haben sexuelle Interessen und psychische Störungen im Kontext sexualbezogener Straftaten? Das Seminar vermittelt Grundlagen der forensischen Sexualpsychologie, gibt einen Überblick über relevante Diagnosen und diagnostische Verfahren und diskutiert Möglichkeiten und Grenzen forensischer Interventionen.
Für die rechtspsychologische Arbeit ist ein fundiertes Verständnis sexualpsychologischer und klinischer Zusammenhänge wesentlich. Das Seminar beleuchtet zentrale Konzepte der forensischen Sexualpsychologie – von sexuellen Interessen und Paraphilien über paraphile und andere sexualbezogene Störungen bis hin zu deren Diagnostik. Dabei wird auch thematisiert, welche Schlussfolgerungen aus klinischen Befunden für den forensischen Kontext gezogen werden können und wo deren Grenzen liegen. Abschließend werden aktuelle Ansätze der Behandlung und Intervention eingeordnet.
Grundlagen der forensischen Sexualpsychologie: sexuelle Interessen, Paraphilien und sexualbezogene Störungen
Diagnostik und Differenzialdiagnostik bei sexualbezogenen Störungen
Sexuelle Interessen, Störung und Verhalten: Abgrenzung und klinische Einordnung
Diagnostische Befunde im forensischen Kontext: Aussagekraft und Grenzen
Zusammenhang von klinischen Befunden und sexualbezogenem Verhalten bzw. Straftaten
Behandlung und Intervention: Evidenz, Indikation, Veränderbarkeit und Grenzen
Sie erwerben ein fundiertes Verständnis sexualpsychologischer und klinischer Befunde, das Sie bei der Einordnung sexualbezogener Straftaten und der Bewertung diagnostischer Informationen im rechtspsychologischen Kontext nutzen können. Sie lernen, Befunde differenziert zu interpretieren und Möglichkeiten sowie Grenzen therapeutischer Interventionen einzuschätzen.
Der Dozent hat eine Professur an der Medical School Berlin inne und ist zudem als Gastwissenschaftler an der Medizinischen Hochschule Hannover tätig. Seine umfassenden Erfahrungen aus klinischer Praxis und Forschung an der Schnittstelle von Klinischer Psychologie, Rechtspsychologie und Sexualwissenschaft sowie die daraus gewonnenen Erkenntnisse bringt er anschaulich, praxisnah und wissenschaftlich fundiert in seinen Vortrag ein.
Dieser Vortrag ist mit 4 Unterrichtseinheiten für Schwerpunkt A3 und den Nachweis der kontinuierlichen Fortbildung als Fachpsychologe/in für Rechtspsychologie BDP/DGPs im Rahmen der Weiterbildung Rechtspsychologie beantragt.
Briken, P. (2020). Paraphile Störungen und Sexualdelinquenz, Geschlechtsinkongruenz/-dysphorie und sexuelle Funktionsstörungen. In U. Venzlaff, K. Foerster, H. Dreßing & E. Habermeyer (Hrsg.), Psychiatrische Begutachtung: Ein praktisches Handbuch für Ärzte und Juristen (7. Aufl., S. 337–364). Elsevier. DOI: 10.1016/C2017-0-03728-X
Moser, C. (2018). Paraphilias and the ICD-11: Progress but still logically inconsistent. Archives of Sexual Behavior, 47(4), 825–826. https://doi.org/10.1007/s10508-017-1141-z
Saimeh, N., Briken, P., & Müller, J. L. (2021). Sexualstraftäter : Diagnostik – Begutachtung – Risk Assessment – Therapie. MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG.
PsychologInnen; Psychotherapeutische Berufsgruppen; Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen; Psychologische PsychotherapeutInnen; ÄrztInnen; Klinisches Arbeitsfeld; Psychosoziales Arbeitsfeld; Studierende; Andere Berufe mit fachlichem Bezug
Das Seminar findet über die Plattform Zoom statt. Als technische Voraussetzungen benötigen Sie ein Notebook/ PC mit Kamera und Mikrofon (Headset empfohlen) und eine stabile Internetverbindung.
Eine stabile Datenverbindung und für das Seminar erforderliche und funktionierende Hardware (Rechner, Bildschirm, Lautsprecher/Kopfhörer/Headset, Mikrofon, Kamera) sind im Vorfeld der Seminarteilnahme durch die Teilnehmenden sicher zu stellen.