Das Seminar vermittelt Ihnen den aktuellen Kenntnisstand, wie Substanzkonsumstörungen entstehen und aufrechterhalten werden. Im Fokus stehen neurobiologische Grundlagen, zentrale Theorien, evidenzbasierte Interventionen und genetische Einflüsse, die den Behandlungserfolg mitbestimmen.
Substanzkonsumstörungen zählen sowohl in der klinischen Behandlung als auch in der gutachterlichen Beurteilung von Erfolgsaussichten zu den besonders komplexen Krankheitsbildern. Häufig liegen belastende lebensgeschichtliche Erfahrungen oder Traumatisierungen vor. Zugleich führt chronischer Substanzkonsum zu neurobiologischen Veränderungen, die über die Phase der Abstinenz hinaus bestehen bleiben. Das Seminar vermittelt Ihnen ein vertieftes Verständnis von Sucht, Behandlung und Behandlungserfolg und stellt für die gutachterlicheTätigkeit biologische Konzepte vor, die mit Blick auf zukünftige Entwicklungen zur Einschätzung von Behandlungserfolgsaussichten beitragen können.
Biologische Grundlagen stoffgebundener Süchte
Der Reward-Prediction-Error und Dopamin
Neurowissenschaftliche Theorien zur Entstehung und Aufrechterhaltung von stoffgebundenen Süchten
Wissenschaftliche Evaluation von lnterventionen
Genetische Einflussfaktoren auf den BehandIungserfolg
Die Fortbildung unterstützt Sie dabei, die biologischen Grundlagen von Sucht besser zu verstehen und Therapieergebnisse differenzierter zu bewerten. Dadurch können Misserfolge fachlich fundiert eingeordnet und persönliche Frustration reduziert werden. Gleichzeitig eröffnet das Seminar neue Impulse für die Berücksichtigung biologischer Faktoren in Prognosegutachten im Kontext von § 64 StGB.
Das Seminar richtet sich an PsychologInnen, approbierte PsychotherapeutInnen und ÄrztInnen sowie an Masterstudierende, die bereits suchttherapeutisch tätig sind oder dies anstreben.
Grundkenntnisse in Biologie sind im Seminar von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich, da alle Inhalte als Grundlagen vermittelt werden.
Der Dozent ist ein ausgewiesener Experte für Substanzkontrollstörungen mit internationaler Forschungs- und Lehrerfahrung. Seine wissenschaftliche Expertise verbunden mit seinen klinischen Erfahrungen in forensischer Psychiatrie und Psychotherapie bringt er fundiert und praxisnah in das Seminar ein.
Koob, G.F., Arends, M.A., McCracken, M.L., Le Moal, M. (2019). lntroduction to Addiction: Addiction, Animal Models, and Theories (Volume 1). Ort: London Academic Press (Elsevier).
Zeitschriftenartikel: Ferrer-Perez,C., Montagud-Romero,S., Blanco Gandia, M.C.(2024) Neurobiological Theories of Addiction: A Comprehensive Review. Psychoactives (3), 35-47.
PsychologInnen; Psychotherapeutische Berufsgruppen; Psychologische PsychotherapeutInnen; ÄrztInnen; Ärztliche PsychotherapeutInnen
