Der zweite Teil einer zweiteiligen Seminarreihe zur sachverständigen Beurteilung von Zeugenaussagen widmet sich der Prüfung der Suggestionshypothese und vermittelt praxisorientiert fachgerechte Befragungstechniken.
Aufbauend auf Ihrem Grundwissen zur Psychologie der Aussage können Sie in diesem Seminar Ihre Kenntnisse und Kompetenzen im Anwendungsfeld der Aussagepsychologie vertiefen. Vor allem bei Sexualdelikten kommt der Beurteilung der Belastungsaussage eine zentrale Bedeutung zu. Mitunter sind Personen betroffen (z. B. Kinder, Menschen mit kognitiven Einschränkungen), deren Beurteilung die Sachkunde der Juristinnen und Juristen übersteigt. Im Seminar setzen Sie sich mit der Suggestionshypothese auseinander. Befragungstechniken zur Förderung von Aussagefähigkeiten und zur sozioemotionalen Unterstützung von Zeuginnen und Zeugen werden praxisorientiert vermittelt.
Gedächtnispsychologische Grundlagen
Suggestion und falsche Erinnerungen bei Kindern
Suggestion und falsche Erinnerungen bei Erwachsenen
Psychotherapie und Glaubhaftigkeit
Befragungstechniken
Im Rahmen des Seminars vertiefen Sie Ihr Wissen und Können für das selbständige Erstellen aussagepsychologischer Gutachten, insbesondere zu suggestiven Einflüssen auf die Aussage und zur fachgerechten Befragung als Voraussetzung für ein qualifizierte Analyse der Aussage.
Der Dozent und die Dozentin sind Kooperationspartnerinnen des Zentrums für Aussagepsychologie Berlin und in Forschung und Praxis seit vielen Jahren aussagepsychologisch tätig und vernetzt.
Das Seminar eignet sich für Teilnehmende, die sich mit dem Anwendungsfeld der Aussagepsychologie vertiefend beschäftigen wollen. Es stellt den zweiten Teil einer zweiteiligen Seminarreihe dar. Teil I wird vom 22. bis 23.02.2027 angeboten.
Die Kenntnisse und Kompetenzen, die Sie in der Seminarreihe erwerben können, sind eine solide Grundlage für eine eigenständige aussagepsychologische Sachverständigentätigkeit, sofern diese zunächst angeleitet und supervidiert wird.
Volbert, R., Schemmel, J. & Tamm, A. (2019). Die aussagepsychologische Begutachtung: eine verengte Perspektive? Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie, 13, 108-124. https://doi.org/10.1007/s11757-019-00528-5
Volbert, R. & Steller, M. (2020). Die Begutachtung der Glaubhaftigkeit. In H. Dreßing & E. Habermeyer (Hrsg.), Psychiatrische Begutachtung (S. 757-792). München: Elsevier. [7. neu bearbeitete und erweiterte Auflage].
Volbert, R. (2018). Scheinerinnerungen von Erwachsenen an traumatische Erlebnisse und deren Prüfung im Rahmen der Glaubhaftigkeitsbegutachtung. Praxis Der Rechtspsychologie, 28(1), 61–96.
PsychologInnen; Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen; Psychologische PsychotherapeutInnen; ÄrztInnen (Rechtsmedizin); Weitere (Psychiatrie + Psychotherapie)
Das Seminar findet über die Plattform Zoom statt. Als technische Voraussetzungen benötigen Sie ein Notebook/ PC mit Kamera und Mikrofon (Headset empfohlen) und eine stabile Internetverbindung.
Eine stabile Datenverbindung und für das Seminar erforderliche und funktionierende Hardware (Rechner, Bildschirm, Lautsprecher/Kopfhörer/Headset, Mikrofon, Kamera) sind im Vorfeld der Seminarteilnahme durch die Teilnehmenden sicher zu stellen.