Motivational Interviewing bei Abhängigkeitserkrankungen  

Motivational Interviewing bei Abhängigkeitserkrankungen  

Veränderungsbereitschaft und Selbstwirksamkeit fördern

Motivational Interviewing bei Abhängigkeitserkrankungen  

Veränderungsbereitschaft und Selbstwirksamkeit fördern

Motivational Interviewing (MI) ist eine evidenzbasierte, klientenzentrierte Methode zur Erhöhung der Eigenmotivation zur Änderung problematischer Verhaltensweisen. Im interaktiven Seminar lernen Sie anhand praktischer Übungen, dieses Beratungskonzept einzusetzen. 

Motivational Interviewing (MI) ist ein personenzentrierter, direktiver Interventionsansatz zur Erhöhung der Eigenmotivation zur Änderung problematischer Verhaltensweisen. Durch Empathie werden Ansätze zur Motivationsbildung gefunden und Gegenreaktionen vermieden. Das Entwickeln von Diskrepanz zw. gegenwärtigem Verhalten und Zielen der Person gilt als weiteres Grundprinzip. Zudem gilt es, die Selbstwirksamkeit zu fördern. Konflikthafte Gesprächssituationen werden als Hinweis verstanden, dass die Intervention der Beratenden nicht zur Änderungsbereitschaft der Person passte. Gezielte Methoden erlauben konstruktiv mit solchen Konflikten umzugehen. 

Wesentliche Inhalte:

  • Die vier Grundprinzipien von MI: Partnerschaftlichkeit, Akzeptanz, Anteilnahme, Evokation  

  • Basisfertigkeiten von MI und Strategien zum Erkennen und Vertiefen von Eigenmotivation  

  • Grundlegende Prozesse im MI: Beziehungsaufbau, Zielklärung, Hervorrufen von Eigenmotivation, Veränderungsplanung

  • Change Talk und Confidence Talk

  • Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen  

Nutzen und Mehrwert:

Die evidenzbasierte Methode ist eine Schlüsselqualifikation in der Arbeit mit Menschen mit substanzbezogenen und verwandten Störungen. Insbesondere bei komorbiden substanzbezogenen Störungen oder bei Behandlungsaufnahme aufgrund äußeren Drucks ist die Änderungsmotivation initial oft nur geringfügig ausgeprägt. Sie lernen anhand praktischer Übungen, dieses Beratungskonzept einzusetzen und sofort anzuwenden.  

Wissenswertes:

Die Wirksamkeit des Motivational Interviewing (MI) wurde in einer Fülle von Interventionsstudien sowohl bei problematischem Substanzkonsum als auch in der Behandlung manifest abhängigkeitserkrankter Menschen belegt. Als zentraler Wirkmechanismus konnte dabei die selektive Förderung veränderungsbezogener Selbstaussagen von Klient*innen identifiziert werden. MI eignet sich für diverse Gesundheitsberufe und Interventionsmaßnahmen in unterschiedlichen psychosozialen Arbeitsfeldern. 

Literaturempfehlungen:

Fuller, C., & Taylor, P. (2015). Therapie-Tools Motivierende Gesprächsführung. Weinheim: Beltz.  

Miller, W. R., & Rollnick, S. (2015).
Motivierende Gesprächsführung. Motivational Interviewing: 3. Auflage des Standardwerks in Deutsch. Freiburg im Breisgau: Lambertus. 

Bischof, G., Bischof, A., & Rumpf, H. J. (2021). Motivierende Gesprächsführung: Ein evidenzbasierter Ansatz für die ärztliche Praxis.
Dtsch Arztebl Int, 118, 109-115. doi:10.3238/arztebl.m2021.0014

Seminarzeiten:

Fr.12.01.202409:00 - 17:45
Fachkunde Suchtpsychologie - 
Weiterbildung in Kooperation mit der DGSPS
Teilmodul von:Fachkunde Suchtpsychologie Weiterbildung in Kooperation mit der DGSPS

Yvette Tischer

Ihre Ansprechpartnerin

Yvette Tischer (030) 209 166 333 y.tischer@psychologenakademie.de
Mit der Teilnahme an dieser Veranstaltung wird das Modul B2 des Zertifikats Psychologische Gesundheitsförderung und Prävention BDP für PsychologInnen abgedeckt. Weitere Informationen finden Sie hier.

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