Die Begutachtung in der Familiengerichtsbarkeit

Die Begutachtung in der Familiengerichtsbarkeit

Elterliche Sorge sowie Umgangs- und Aufenthaltsbestimmungsrecht

Die Begutachtung in der Familiengerichtsbarkeit

Elterliche Sorge sowie Umgangs- und Aufenthaltsbestimmungsrecht

In diesem Seminar lernen Sie rechtlichen Rahmenbedingungen und die relevanten familienrechtspsychologischen und rechtspsychologischen Vorgaben zur fachgerechten Begutachtung bei Trennung und Scheidung der Eltern mit Kind kennen.

Tausende von Familien werden jährlich einer psychologischen Begutachtung im Gerichtsauftrag unterzogen. Häufiger Anlass sind Fragen zur familiengerichtlichen Regelung der elterlichen Sorge, des Aufenthaltsbestimmungsrechts, der Wahrnehmung der Gesundheitssorge und des Umgangsrechts bei Trennung und Scheidung nach §§ 1671, 1684, 1685, 1686a u. 1696. Im Seminar erwerben Sie Kenntnisse zu rechtlichen Grundlagen einer familienrechtlichen Begutachtung nach den gesetzlichen Rahmenbedingungen des BGB, FamFG, SGB VIII, ZPO, StGB, StPO und des Datenschutzes sowie zu relevanten familienrechtspsychologischen und rechtspsychologischen Vorgaben zur fachgerechten psychologischen Beurteilung familienrechtlicher Fragestellungen.

Wesentliche Inhalte:

  • Aufbau und Gliederungsgesichtspunkte eines familienpsychologischen Gutachtens

  • Hypothesengeleitetes Vorgehen: Verknüpfen des Akteninhalts mit der juristischen Ausgangsfrage (Beweisfrage) und Ableiten der psychologischen Arbeitshypothesen (Fragen)

  • Arbeits- und Untersuchungsplan sowie Datenerhebung (Interview, Beobachtung und Testung)

  • Befund und Stellungnahme (hier auch Beantwortung der psychologischen Fragen)

  • Ergebnisorientiertes Gutachten oder schriftlich umfassendes Gutachten?

  • Sonderfälle: Sorge- und Umgangsrechte des biologischen Vaters und weiterer in Frage kommender dritter Personen (z.B. ehemalige Pflegeeltern)

Nutzen und Mehrwert:

Im Seminar lernen Sie, familienrechtliche Gutachten entsprechend der gesetzlichen Anforderungen zu strukturieren, die Vorgeschichte aus der Aktenanalyse zu extrahieren und einen Arbeits- und Untersuchungsplan aufzustellen. Sie erhalten das erforderliche und aktuelle Wissen zu den Darstellungsprinzipien und dem hypothesengeleiteten Vorgehen.

Angesprochen werden alle aktuellen gesetzlichen Neufassungen, z.B. auch das Adoptionsvermittlungsgesetz und das Adoptionshilfegesetz zur Frage der sogenannten offenen Adoption, die neue altersungebundene Anhörung des Kindes im Familiengericht oder die neuen Regelungen der Verfahrensbeistandschaft.

Wissenswertes:

Dieses Seminar eignet sich als einführendes Grundlagenseminar für den familienrechtspsychologischen Anwendungsbereich: "Familienrechtliche Fragestellungen bei Trennung und Scheidung". Es ist der erste Teil einer zweiteiligen Seminarreihe zu familienrechtlichen Fragestellungen. Die beiden Seminare mit jeweils zwei Fortbildungstagen stehen in einem engen inhaltlichen Zusammenhang und sind aufbauend miteinander abgestimmt.

Teil 2 findet am 27./28. April 2024 statt.

Literaturempfehlungen:

Ahnert, L. (Hrsg.) (2019). Frühe Bindung. Entstehung und Entwicklung. 5. Auflage. München:Reinhardt.

Arbeitsgruppe Familienrechtliche Gutachten (2019). Mindestanforderungen an die Qualität von Sachverständigengutachten im Kindschaftsrecht. 2. Auflage. Berlin: Deutscher Psychologen Verlag (bei dieser Schrift handelt es sich um eine zentrale und richtungweisende Vorgabe für alle familienrechtlichen Sachverständige; die Schrift ist aus dem Internet kostenfrei abrufbar).

Balloff, R. (2022). Kinder vor dem Familiengericht. 4. Auflage. Baden-Baden: Nomos.

Brock, I. (2020). Geschwister verstehen. Professionelle Begleitung von Kindern und Erwachsenen. München: Reinhardt.

Castellanos, H. (2021). Psychologische Sachverständigengutachten im Familienrecht. 3. Auflage. Baden-Baden: Nomos.

Dettenborn, H. (2021). Kindeswohl und Kindeswille. 6. Auflage München: Reinhardt.

Dettenborn, H. & Walter, E. (2022). Familienrechtspsychologie. 4. Auflage. München: Reinhardt.

Lack, K. & Hammesfahr, A. (2019). Psychologische Gutachten im Familienrecht. Handbuch für die rechtliche und psychologische Praxis. Köln: Reguvis.

Meysen, T., Lohse, K., Schönecker, L. & Smessaert, A. (Hrsg. (2022). Das neue Kinder- und Jugendstärkungsgesetz – KJSG. Baden-Baden: Nomos.

Richter, I., Krappmann, L. & Wapler, F. (Hrsg.) (2020). Kinderrechte. Handbuch des deutschen und internationalen Kinder- und Jugendrechts. Baden-Baden-Nomos.

Salzgeber, J. (2020). Familienpsychologische Gutachten. Rechtliche Vorgaben und sachverständiges Vorgehen. 6. Auflage. München: Beck.

Salzgeber, J., Bretz, E. & Bublath, K. (2022). Arbeitsbuch familienpsychologische Gutachten. Arbeitshilfen für ein sachverständiges Vorgehen bei der familienrechtspsychologischen Begutachtung. 2. Auflage. München: Beck.

Volbert, R., Huber, A., Jacob, A. & Kannegießer, A. (Hrsg.) (2019). Empirische Grundlagen der Familienrechtlichen Begutachtung. Göttingen: Hogrefe.

Weber, M., Alberstötter, U. (2022). Psychologische und sozialpädagogische Grundlagen beim Sorge- und Umgangsrecht. Köln: Reguvis.

Zumbach, J., Lübbehüsen, B., Volbert, R. & Wetzels, P. (2020). Psychologische Diagnostik in familienrechtlichen Verfahren. Göttingen:Hogrefe.

Zeitschriften:

Neue Zeitschrift für Familienrecht (NZFam)

Rechtspsychologie (RPsych)

Zeitschrift für das gesamte Familienrecht (FamRZ)

Zeitschrift für Kindschaftsrecht und Jugendhilfe (ZKJ)

Eignung:

PsychologInnen; Psychologische PsychotherapeutInnen; Studierende (Studierende Master, Master kurz vor dem Abschluss)

Seminarzeiten:

Sa.16.03.202410:00 - 18:00
So.17.03.202409:00 - 16:00

Christiane Jähnig

Ihre Ansprechpartnerin

Christiane Jähnig (030) 209 166 313 c.jaehnig@psychologenakademie.de
Das Seminar ist für Schwerpunkt B5 der Weiterbildung zum/zur Fachpsychologen/ Fachpsychologin für Rechtspsychologie BDP/ DGPs anerkannt. Weiterführende Informationen finden Sie hier.

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