„Positiv zusammenleben“ durch bessere Aufklärung und Prävention

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) fordert anlässlich des Welt-Aids-Tages am 01.12.2017 eine intensivere Befassung mit der AIDS-Aufklärung und -Prävention insbesondere für betroffene Berufsgruppen

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) sieht mit Besorgnis den zunehmenden Bedeutungsverlust der Krankheit AIDS im öffentlichen Diskurs. „Die Gefahr ist auch 35 Jahre nach dem ersten Auftauchen des HI-Virus nicht gebannt. Das Gegenteil ist der Fall, betrachtet man die Infektionsraten in Osteuropa, Russland, Afrika und Asien. In Zeiten von Globalisierung, Zuwanderung und internationaler Vernetzung betrifft dies auch uns unmittelbar“, so BDP-Präsident Prof. Dr. Michael Krämer.

„Wir müssen die Aufklärung in Deutschland, aber auch in anderen Regionen, aktiv mitgestalten und verbessern. Insbesondere bei besonders betroffenen Berufsgruppen, wie Sicherheitskräften, Feuerwehr, Sanitätern, Ärzten sowie Pflegekräften und Helfern, sehen wir weiterhin ein hohes Maß an notwendiger Aufklärung im Umgang mit der Infektion“, so Krämer weiter. Auch wenn die Behandelbarkeit der HIV-Erkrankung Fortschritte macht, schreibt der BDP der Aufklärung und Prävention einen hohen Stellenwert zu. „Es bedarf eines neuen Diskurses über den zeitgemäßen Umgang mit HIV und AIDS. Die psychologische Bewältigung von Stigmatisierung, Angst, Vorurteilen und Diskriminierung stellt immer noch einen großen Teil der Belastungen der Infizierten dar.“

Insbesondere fördere in vielen Regionen auch eine politische und religiöse Tabuisierung der Erkrankung deren Ausbreitung. „Als international vernetzter Verband stehen wir mit zahlreichen regionalen Organisationen in Kontakt und bringen hier unsere Kompetenz ein. Seitens der deutschen und europäischen Entscheidungsträger wünschen wir uns hier eine stärkere Unterstützung unserer Arbeit“, schließt Krämer, „„Positiv zusammenleben“ funktioniert nur dann gut, wenn wir HIV akzeptiert und verstanden haben. Dass Menschen mit HIV überall auf der Welt immer noch grundlos ausgegrenzt werden zeigt, wie gering der Erfolg der bisherigen Aufklärungsbemühungen gewesen zu sein scheint.“

Diese Pressemitteilung steht auch als PDF zur Verfügung:
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